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Formaldehyd in Platten und Möbeln: Was sich mit der EU-Verordnung 2023/1464 ändert
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Formaldehyd in Platten und Möbeln: Was sich mit der EU-Verordnung 2023/1464 ändert
Ab dem 6. August 2026 gelten in der Europäischen Union neue Grenzwerte für Formaldehydemissionen aus Möbeln und holzbasierten Erzeugnissen, die für Innenräume bestimmt sind. Die Änderung ergibt sich aus der EU-Verordnung 2023/1464, mit der Anhang XVII der REACH-Verordnung geändert und der neue Eintrag 77 zu Formaldehyd und formaldehydfreisetzenden Stoffen eingeführt wird.
Dies ist eine wichtige Neuerung für die Holz-, Möbel- und Baubranche, aber auch für Planer, Architekten und Unternehmen, die Platten in ihren Produkten einsetzen. Die Richtung der Verordnung ist klar: Künftig soll nicht nur den technischen Eigenschaften der Materialien größere Aufmerksamkeit geschenkt werden, sondern auch ihrem Beitrag zur Qualität der Innenraumluft.
Wie hoch ist der neue Formaldehyd-Grenzwert ab dem 6. August 2026?
Die EU-Verordnung 2023/1464 legt fest, dass nach dem 6. August 2026 keine Erzeugnisse mehr in Verkehr gebracht werden dürfen, die unter den in der Verordnung festgelegten Prüfbedingungen bestimmte Werte der freigesetzten Formaldehydkonzentration überschreiten.
Im Einzelnen gelten folgende Grenzwerte:
- 0,062 mg/m³ für Möbel und holzbasierte Erzeugnisse;
- 0,080 mg/m³ für andere von der Beschränkung erfasste Erzeugnisse.
Für die Holzwerkstoffbranche ist daher insbesondere der erste Wert von Bedeutung. Wichtig ist, dass sich die Verordnung auf die Konzentration von Formaldehyd bezieht, die unter genau definierten Prüfbedingungen in die Luft abgegeben wird. Es geht also nicht einfach um den Formaldehydgehalt eines einzelnen Materials, sondern um die Emissionen, die nach den in den neuen europäischen Vorschriften festgelegten Kriterien gemessen werden. Bei komplexen Produkten wird der Grenzwert zudem unter Betrachtung des gesamten Produkts bewertet.
Warum hat die Europäische Union neue Grenzwerte eingeführt?
Wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit in Wohnungen, Büros, Schulen, Beherbergungsbetrieben, Verkehrsmitteln und anderen geschlossenen Räumen. Materialien, Möbel und Bauteile in diesen Bereichen können die Qualität der Luft beeinflussen, die wir einatmen. Die neue europäische Beschränkung verfolgt daher das Ziel, die Exposition von Menschen gegenüber Formaldehyd in Innenräumen zu reduzieren, indem europaweit einheitliche Kriterien und harmonisierte Messbedingungen eingeführt werden.
Für Planer wird die Auswahl der Materialien dadurch noch wichtiger. Mechanische Eigenschaften, Leichtigkeit, Stabilität und Verarbeitbarkeit bleiben wesentliche Kriterien, werden jedoch zunehmend durch Parameter ergänzt, die Emissionen und die Wohngesundheit von Innenräumen betreffen.
Was ändert sich für Platten, Möbel und Innenausbau?
Die neue Verordnung betrifft direkt zahlreiche Branchen, in denen holzbasierte Erzeugnisse eingesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise Möbelbau, Innenarchitektur, Innenausbau, Bauwesen sowie viele weitere Anwendungen, bei denen Platten und Bauteile in von Menschen genutzten Räumen eingesetzt werden.
Für Hersteller und Planer wird es daher immer wichtiger, die Emissionseigenschaften der verwendeten Materialien zu kennen und deren Eignung für den vorgesehenen Einsatzbereich zu prüfen. In diesem Zusammenhang gewinnen emissionsarme Platten und NAF-Lösungen – No Added Formaldehyde, bei denen im Verleimungssystem kein Formaldehyd zugesetzt wird, besonder Bedeutung. Es geht dabei nicht nur darum, eine neue gesetzliche Anforderung zu erfüllen. Vielmehr wird die Qualität des Innenraums selbst zu einem wichtigen Bestandteil des Projekts.

Formaldehyd, Reisemobile und Caravans: Was ändert sich ab 2027?
Die EU-Verordnung 2023/1464 enthält auch eine spezielle Regelung für Straßenfahrzeuge. Hier gilt eine spätere Frist: Ab dem 6. August 2027 dürfen Straßenfahrzeuge nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn die Formaldehydkonzentration im Fahrzeuginnenraum unter den in der Verordnung vorgesehenen Prüfbedingungen 0,062 mg/m³ überschreitet. Dieses Thema ist besonders relevant für den Bereich Reisemobile und Caravans, da die Innenräume kompakt sind und zahlreiche Elemente aus Platten, Verkleidungen, Möbeln und Bauteilen enthalten.
Die Materialauswahl für Wände, Möbel, Stauraumelemente und andere Innenraumkomponenten wird damit Teil eines Planungsansatzes, der Leichtigkeit, Leistung und Luftqualität miteinander verbinden muss. Für diesen Bereich gilt gegenüber der allgemeinen Frist für Möbel und holzbasierte Erzeugnisse eine zusätzliche Übergangsfrist von einem Jahr. Die Beschränkung tritt hier ab dem 6. August 2027 in Kraft.

NAF Comfortply: Pappelsperrholz ohne zugesetztes Formaldehyd
Seit inzwischen drei Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Emissionen und investieren in die Entwicklung von Lösungen, die die Emissionen von Platten für Innenräume reduzieren können. Aus dieser Forschungsarbeit ist NAF Comfortply entstanden: eine Pappelsperrholzplatte, die mit einem Verleimungssystem ohne zugesetztes Formaldehyd hergestellt wird und Formaldehydemissionen von nur 0,01 mg/m³ aufweist.
Mit NAF Comfortply werden die Formaldehydemissionen auf ein nahezu nullnahes Niveau reduziert und die Qualität der Innenraumluft unterstützt. Gleichzeitig behält die Platte die typischen Eigenschaften von Pappelsperrholz: Sie ist leicht, einfach zu bearbeiten und vielseitig und kann in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt werden, darunter Möbel und Design, Ausstattungen, Wohnmobile und Caravans, Bauwesen, Nachhaltiges Bauen, Öffentliche Projekte und Nutzfahrzeuge. Die Platte eignet sich außerdem für weitere Bearbeitungen wie Beschichtung, Furnierung und Lackierung.

Materialien wählen, die den Standards von heute und morgen entsprechen
Die EU-Verordnung 2023/1464 ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung der Art und Weise, wie Innenräume geplant und bewertet werden. Die Qualität eines Materials hängt nicht mehr nur von dem ab, was wir sehen können, oder von seinen mechanischen Eigenschaften. Auch das, was wir nicht sehen, spielt eine wichtige Rolle. Emissionen, Materialzusammensetzung und ihre Auswirkungen auf die Luftqualität werden bei der Planung von Wohnungen, Möbeln, öffentlichen Räumen, Beherbergungsbetrieben und Verkehrsmitteln immer wichtiger.
Für Unternehmen, Planer und Architekten bedeutet die Kenntnis dieser Parameter, fundiertere Entscheidungen treffen und Produkte entwickeln zu können, die bereits auf die neuen europäischen Anforderungen vorbereitet sind. Die richtige Platte heute zu wählen bedeutet auch, Räume nach den Standards von morgen zu planen.
Arbeiten Sie an einem Projekt, bei dem niedrige Emissionen und die Qualität der Innenraumluft wichtige Anforderungen sind? Entdecken Sie NAF Comfortply oder kontaktieren Sie unser Team, um die für Ihre Anwendung am besten geeignete Pappelplatte zu finden.


































